WarenkundeDachshaar-Rasierpinsel: Das perfekte Werkzeug für eine perfekte Rasur

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Dank feiner Spitzen besonders hautfreundlich: Dachshaar gilt als ideales Besatzmaterial für Rasierpinsel. Schon im 18. Jahrhundert wussten die Barbiere Frankreichs seine natürlichen Eigenschaften zu schätzen. Im Vergleich zur kräftigen Schweineborste schmeichelt es sanft der Haut. So ergibt sich beim Aufschlagen der Rasierseife ein äußerst feinporiger, dichter und  sahniger Schaum, der Ihr Barthaar optimal auf die Rasur vorbereitet.
Man unterscheidet verschiedene Qualitätsstufen des Dachshaares in Abhängigkeit vom Klima, in dem der Dachs lebt und der Haar-Partie, die zur Verwendung kommt. So lässt sich grundlegend sagen, dass die Haare derjenigen Dachse, die sich in kalten Regionen mit hohen Temperaturschwankungen aufhalten, besonders gut zur Herstellung von Rasierpinseln geeignet sind. Dabei zeigt insbesondere das Winterfell eine hohe Qualität. Des Weiteren unterscheidet man zwischen dem Stockhaar, dem Seitenhaar- und dem Rückenhaar-Zupf. Letztere Variante bietet eine äußerst sanfte Pflege für sensible Haut mit extrem feinen, konisch zulaufenden Spitzen, den so genannten „Grannen“. Das bestmögliche Rohmaterial stellt demnach das weiche Silberspitz-Zupfhaar aus der Rückenpartie des Hochland-Dachses zum Zeitpunkt eines schneereichen Winters dar. Als Faustregel zur optischen Einschätzung der Qualität lässt sich festhalten: Je heller die Spitzen, desto besser das Haar!

 

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(Reihenfolge von sehr gut bis gut)

Neben der Auswahl des Dachshaares hängt die Qualität eines Rasierpinsels von seiner Haardichte und dem Griffmaterial ab. Ein guter Pinsel wird stets von Hand in einer Vielzahl von zeitaufwändigen Arbeitsschritten gefertigt. Dabei werden die Dachshaare zunächst verlesen und sortiert, bevor sie der Bürstenmacher durch Klopfen und Rütteln in Form bringt. Mit Hilfe eines Fadens zusammengefasst, muss der Besatz nun noch mehrfach ausgekämmt, in seine endgültige Form gestoßen und gekittet werden, bevor er letztlich in den Griff gesetzt wird. Ein maschinell erstellter Pinsel kann diesem handwerklichen Prozess in Qualität und Haltbarkeit auch heutzutage nicht annähernd das Wasser reichen!

 

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