Die Schäffler tanzen für uns | Holz-Leute

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Die Schäffler tanzen für Holz-Leute

Eigentlich sind die sieben Jahre nach ihrem letzten Auftritt noch nicht rum. Und doch dürfen wir uns dieses Jahr auf den Zunfttanz der Fassbauer freuen – exklusiv für und bei Holz-Leute. Am 16. September 2021 um 18 Uhr tanzen die Schäffler bei uns am Ladengeschäft am Viktualienmarkt 2. Unsere langjährige Beziehung und Traditionsverbundenheit machen es möglich. Der Schäfflertanz ist eine 500 Jahre alte Münchner Tradition. Er gilt als Symbol dafür, dass die Pest seinerzeit überwunden werden konnte. Wir hoffen, damit ein positives Zeichen für alle Münchner und natürlich den Münchner Einzelhandel zu setzen.

Anmerkung der Redaktion: Leider wurde der Termin wegen den aktuell gültigen Corona-Regeln bis auf Weiteres verschoben.

Geschichte und Ursprung des Schäfflertanz

Entstanden ist der Schäfflertanz im Jahre 1517 in München, als die Pest herrschte, die auch später noch die Münchner mehrmals heimgesucht und viel Leid gebracht hat. Die Jahre waren für die Menschen gezeichnet von Angst, Hunger und Trauer. Die einzigen Personen auf den Straßen waren Totengräber und Pesträucherer. Die Schäffler hatten als erste den Mut, den Münchener etwas Freude und Zuversicht zu schenken. Diese Ablenkung erfolgte durch ein belustigendes Schauspiel. Damit sollten die Bürger aufgeheitert werden.

Es erklangen unerwartet freudige Melodien in den Straßen der Stadt. Die Einwohner blickten aus den Fenstern, die zuvor Trübsinn zeigten und sahen die fröhlichen Schäffler auf den Straßen. Die Schäffler zogen an den Straßen des Marktplatzes vorbei und führten währenddessen einen Tanz mit grünbelaubten Reifen auf. Die Menschen waren begeistert. Nach langer Zeit verließen sie wieder ihre Häuser, tanzten und lachten. Sie vergaßen die Trauer und die Angst vor der Pest, Lebhaftigkeit war wieder in den Straßen der Stadt.

Was ist eigentlich ein Schäffler?

Bei einem Schäffler, auch genannt Küfer, handelt es sich um einen Handwerker, der Fässer aus Holz herstellt. Dieser Beruf ist mittlerweile sehr selten. Den Schäffler gab es bereits im frühen Mittelalter. Sie wurden auch Fassküfer, Binder, Bender, Böttcher oder auch Büttner genannt. Wie sie bezeichnet wurden, war abhängig davon, welche Art der Behälter und Gefäße sie hergestellt haben. Zumeist haben diese jedoch mit Holz gearbeitet. Dementsprechend hat dieser Beruf eine lange Tradition hinter sich gelegt, wobei es auch im Laufe des Mittelalters zur Entstehung des Schäfflertanzes in München gekommen ist. Dieser Tanz soll ab dem Jahr 1830 auch in Städten außerhalb Münchens stattgefunden haben. Dies vor allem im altbayrischen Gebiet.

Mittlerweile findet dieser Tanz alle sieben Jahre statt. Der genaue Zeitpunkt liegt zwischen dem Dreikönigstag und Faschingsdienstag. Dieser Tanz ist mittlerweile zu einem volkstümlichen und besonderen Ereignis geworden. Es kurbelt sowohl den Tourismus, vor allem in München an und ist zugleich für die Einwohner eine besondere Veranstaltung geworden.

Wie läuft der Schäfflertanz ab?

Die Schäfflergruppe besteht zumeist aus 25 Männern. Davon sind 20 der Männer sogenannte Tänzer und jeweils zwei von ihnen Reifenschwinger. Dabei gibt es auch stets mindestens einen Kasperl in der Gruppe. In der jeder Schäfflergruppe gibt es auch einen Fähnrich.
Der Ablauf des Schäfflertanzes folgt häufig demselben Muster: Zunächst gibt es den Einmarsch. Hierbei erfolgt der Gruß durch die Schäffler und die Aufstellung der Schäffler im Kreis. Währenddessen wird die Melodie des Bayrischen Defiliermarsch abgespielt. Anschließend changieren vier kleine Kreise: Schlange, Kreuz, Laube, Krone, den Reifenschwung. Daraufhin kommt es zum Ausmarsch der Schäffler, wobei ebenfalls die Melodie des Bayerischen Defiliermarsch abgespielt wird.

Über das Gewand der Schäffler

Während dem Tanz tragen die Schäffler sogenannte Fräcke in roter Farbe, als auch weiße Westen und dazu grüne Kappen. Bei den Hosen der Schäffler handelt es sich um schwarze Kniebundhosen. Dazu tragen sie weiße Strümpfe und einen Lederschurz sowie eine Schärpe in roter Farbe.
Die Kasperl tragen zumeist noch eine hölzerne Gretl am Gürtel. Dies soll an die Bauersfrau Gretl erinnern, die nach der Pest Lebensmittel wie Eier und Butter in die Stadt München brachte.


Warum gibt es den Schäfflertanz nur alle sieben Jahre?

An dieser Stelle handelt es sich um Vermutungen, die bis heute nicht eindeutig bewiesen sind. Einerseits heißt es, dass der Schäfflertanz alle sieben Jahre stattfindet, weil auch die Pest alle sieben Jahre zurückkehrte.
Dementsprechend lag die Absicht darin, dass die Pest mithilfe des Schäfflertanzes alle sieben Jahre vertrieben wird. Andererseits besteht die Vermutung, dass der Herzog Willhelm IV. ein Grund dafür ist. So heißt es, dass dieser den Schäfflern erlaubt hat ihren Tanz nur alle sieben Jahre aufzuführen.

Eines ist jedoch sicher, nämlich dass dieser Tanz den Menschen in schweren Zeiten ein Lächeln geschenkt hat und ihnen die Angst genommen hat.
Damit gewinnt der Schäfflertanz an Aktualität und Bedeutung wie nie. Wir blicken auf eine durch die Pandemie Corona geprägte Zeit zurück. Mit dem Tanz der Schäffler wird ein positives Zeichen gesetzt. Denn es ist nun an der Zeit der „Pest“ den Garaus zu machen. Und vielleicht tragen ja die Schäffler mit ihrem Tanz ein wenig dazu bei.