WarenkundeDrechseln - Traditionelle Handwerkskunst mit vielen Gesichtern

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„Drechseln ist ein zerspanendes Fertigungsverfahren für Holz, seltener für Horn, Elfenbein, Bernstein, Alabaster, Serpentinite, Plexiglas und andere Kunststoffe. Der Drechsler nennt dieses Verfahren im Allgemeinen Drehen. Gedreht wird manuell auf einer Drehbank oder automatisiert auf einem Drehautomaten, wobei sich das Werkstück in der horizontalen Ebene zentrisch um seine Achse dreht.“ Mit diesen Worten definiert Wikipedia das Handwerk. Eine junge Nachwuchsdrechslerin beschreibt ihren Beruf auf simplere Art und Weise: „Ich mache eckiges Holz rund!“
So unterschiedlich diese beiden Definitionen sind, so breit ist auch das Spektrum an Holzwaren, das dieses althergebrachte Handwerk entstehen lässt: Von der edlen Pfeffermühle über kleine Spielzeugfigürchen bis hin zum Tischbein. Vom individuell in filigraner Handarbeit gefertigten Dekorationsartikel bis hin zum maschinell erstellten Gebrauchsgegenstand. Das Drechslerhandwerk beschäftigt sich mit dem Rohstoff Holz in seinen mannigfaltigen Erscheinungsformen und dessen Weiterverarbeitung. Dabei greift es auf die Technik des Drehens zurück, die eine lange Tradition aufweist. Schon die alten Ägypter entwickelten einen Vorläufer der Drehbank, die spätestens im antiken Griechenland in ausgereifter Form zum Einsatz kam.
Heute spannt der Drechsler ein Stück Holz in die Drehbank ein, in der es sich mit hoher Geschwindigkeit um seine horizontale Achse dreht. Dabei hält er ein Dreheisen gegen den Holzklotz, so dass dieser gefräst und in die gewünschte Form gebracht wird. Hierbei hat sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Techniken entwickelt. So wird das Holz je nach Zielsetzung quer oder längs zur Faserrichtung gedreht, einseitig oder zweiseitig eingespannt und mit verschieden geformten Dreheisen bearbeitet. In manueller Fertigung zaubert der Drechsler dabei (Kunst-)Stücke, die jeden Haushalt auf einzigartige und natürliche Weise bereichern.

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