Warenkunde

Springerle – ein traditionsreiches Adventsgebäck

Schwaben und Springerle gehören zusammen wie München und das Oktoberfest. Das Bildgebäck mit historischen Wurzeln hat seinen Ursprung im schwäbisch-alemannischen Raum. Lange Zeit waren Springerle nur der vornehmen und reichen Bevölkerung vorbehalten, da die Herstellung und Zutaten sehr kostenintensiv waren. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, mit dem Preisfall von Zucker, konnten sich Springerle eine breitere Bevölkerungsschicht leisten.

Ähnliche Begriffe: fränkische Springerle, Eierzucker, Änisbrötli

Springerle sind spezielle Anisplätzchen, die vor allem in Süddeutschland, Österreich, Schweiz und Ungarn in der Weihnachtszeit sehr beliebt sind. Kennzeichnend für Springerle sind die helle Farbe und die detailgetreuen Bildmotive. Springerle werde nicht mal eben auf die Schnelle gebacken – nein die Zubereitung ist sehr aufwendig, auch wenn die Grundzutaten zunächst sehr einfach klingen. Springerle können nicht direkt nach dem Backen verzerrt werden, sondern müssen zunächst drei Wochen ruhen, bevor sie genießbar werden.

Rezept Springerle

Zutaten für 40 Stück

  • 2 Esslöffel Anissamen
  • 500 Gramm Mehl
  • 500 Gramm Puderzucker
  • 4 Eier
  • 6 Gramm Hirschhornsalz
  • 1 Prise Salz

Zubereitung Springerle

Eier und Puderzucker in einer Schüssel zu einer sehr schaumigen Masse schlagen. Mehl, Hirschhornsalz und eine Prise Salz unterkneten. Sollte der Teig zu klebrig sein, noch etwas gesiebtes Mehl einarbeiten. Nun bedeckt man den Teig mit einem Tuch und lässt ihn eine Stunde ruhen.

In der Zwischenzeit zwei Bleche mit Backpapier auslegen und mit Anis bestreuen. Anschließend den Teig vierteln und auf bemehltem Backbrett ca. 1 cm dick mit dem Nudelholz ausrollen. Nun nehmen Sie das Holzmodel, drücken es fest auf die Teigplatte und nehmen es wieder ab. Kein Mehl in das Model streuen, es würde nämlich die feinen Konturen verstopfen. Das Motiv mit einem Teigrad ausschneiden und auf das Backblech im Abstand von 3 cm legen. Die Backbleche mit einem Tuch bedecken und ca. 8 - 12 Stunden trocknen lassen.

Das Backrohr auf 150° C vorheizen, ein Blech auf der mittleren Schiene etwa 20 Minuten backen. Beim Backen soll die obere Seite der Plätzchen weiß bleiben und unten „Füßchen“ bekommen. Sobald die Springerle ausgekühlt sind, können Sie sie nach Belieben mit Lebensmittelfarbe verzieren. Damit sie weich werden lagern Sie die Springerli ca. vier Wochen in einer Blechdose.

Springerlemodel – so kommen Hobbybäcker groß raus

Längst müssen die Springerlemotive nicht mehr von Hand geschnitzt werden. Mit einem sogenannten Springerlemodel lassen sich schnell und einfach filigrane Motive zauben und jedes Springerle wird damit ein echtes Kunstwerk.

Springerlemodel - Tiermotive

Springerlemodel - Florale Motive

Springerlemodel für Weihnachten und Advent

Am häufigsten sind Springerle in Deutschland zur Weihnachtszeit zu finden. Gestaltet mit christlichen Motiven wie der heilige Nikolaus, Christkind, Kerzen oder Glocken kommt das Anisgebäck bei Groß und Klein gut an. In einigen Regionen werden die Springerle auch zur Dekoration für den Weihnachtsbaum verwendet. Teilweise wird das Bildgebäck sogar bunt bemalt und reich verziert.

Springerle - eine essbare Grußkarte

Was zunächst ungewöhnlich klingt, war jedoch lange Zeit ein netter Brauch bzw. eine schöne Geste um Wünsche auszusprechen. Im Mittelalter hatten Springerle ihre Hochzeit, gerieten lange in Vergessenheit und werden nun wieder neu entdeckt. Egal ob zu Weihnachten, Ostern, zum Geburtstag, zur Hochzeit, zum Muttertag oder als nettes Mitbringsel - Springerle drücken auf ganz individuelle und kunstvolle Weise gute Wünsche aus.

Bild oben: pixabay, maxmann

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